Ankauf - einfach nicht mein Ding ohne klare Details

Ankauf - einfach nicht mein Ding ohne klare Details

Der Tag gestern war echt zum Abgewöhnen. Ersatzlos streichen. Kennt ihr? Ja, bestimmt. Jeder hat solche Tage. Ich glaube nicht, dass man das verhindern kann. 


Wichtig ist aber, dass man dafür sorgt, dass der Mist nicht tagelang stinkt.


Okay, das war wieder mal was, was einfach so aus meinem Gehirn rausgesprungen ist. Dafür bin ich nicht verantwortlich. In spirituellen Kreisen nennt man das Download und Eingebung. Wir lassen es einfach mal so stehen.


Ich habe in den letzten Tagen gemerkt, wie mir diese Ankaufsgeschichte schon wieder auf den Senkel gegangen ist. Ich kann es nicht ändern, es ist einfach so. Statt mich auf tolle Angebote zu freuen und mir den Bauch - äh, nein, die Regale - mit Wildrose vollzuschlagen, bin ich einfach nur genervt. Ja, ich könnte anders reagieren. Ja, die Menschen meinen es nicht böse. Und ja, ich bin aber trotzdem genervt.


Deshalb habe ich groß auf die Ankaufsseite geschrieben, dass wir aktuell kein Geschirr aufkaufen und das Wildrose-Such-Banner gelöscht. Und... ich bin erleichtert.


Ich bekam so schöne große Services angeboten - aber leider mit 5 Stunden einfachem Fahrtweg. Nicht machbar.


Leider auch viele Konvolute, die genau das enthalten, was wir NICHT brauchen: Unterteller, Platten, Saucieren, Milchkännchen und Kaffeekannen. Davon haben wir mehr als ausreichend hier und natürlich ist der Ankauf für uns dann auch nicht interessant.


Bei der Beschreibung des Zustands ziert sich jeder so ein bißchen, was ich aber gut verstehen kann. In unserer beruflichen Laufbahn haben wir genauso die Leute kennengelernt, die ihre Teller mit dicken, fetten Verfärbungen und drei Macken am Rand als "Prima Zustand, haben wir ja schließlich auch noch benutzt" anpreisen als auch die, die sich mit "Ist halt gebraucht" entschuldigen und dann können wir selbst mit der Lupe kein Kratzerchen entdecken, während das Preisschild noch gut leserlich auf der Unterseite klebt. Kein Geheimnis: wir lieben die letzteren 🙂


Das Problem ist und bleibt aber einfach der Preis.


Wenn wir einen Durchschnittspreis von fast 17 Euro pro Teil bezahlen sollen, dann ist das für uns nicht rentabel. Auch bei 10 Euro pro Teil kostet das zweiteilige Kaffeegedeck uns im Einkauf schon 20 Euro - zu welchem Preis sollen wir es dann noch weiter verkaufen?


Was mir aber so zu schaffen macht: ich sehe immer den Menschen dahinter. Den Menschen nämlich, der x Euro für sein Geschirr haben möchte. Ihr wisst: der Preis ist der Preis ist der Preis ist der Preis. Ihm / ihr ist genau dieses Geschirr 800 Euro wert und das ist völlig in Ordnung. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass man fast alles verkaufen kann und somit wird auch dieses Geschirr irgendwann einen neuen Besitzer finden. Aber wenn ich als Antwort auf meine Ablehnung dann höre: "Ich wußte nicht, was ich eintragen soll. Deshalb habe ich mal diese Zahl genommen. Sagen Sie mir doch einfach, was Sie dafür bezahlen wollen!" - tja, dann hätte ich ja auch kein Verkaufsformular gebraucht, sondern gleich ein Angebot machen können. Denn schwupps hat sich die Diskussionsrunde mit vielen Mails eröffnet und jemandem 150 Euro anzubieten, der ursprünglich 800 Euro haben wollte, hat einfach einen unguten Geschmack. Zumindest für mich. Ich weiß, dass es anderen nichts ausmacht, aber ich bin halt so.


Tatsächlich bin ich erleichtert, dass ich jetzt nur noch ein paar Mails beantworten muss und dann ist das Thema für mich wieder erledigt. Dann muss Wildrose halt noch ein bißchen warten. Ich gebe zu, es war verführerisch, weil die Stimmen so laut riefen: "Das ist nichts mehr wert" und "Ich wollte es verschenken und trotzdem hat es niemand genommen" und "Das wird dir überall nachgeworfen".  


Ich kann euch versichern: niemand hat mir Wildrose nachgeworfen, niemand hat es mir kostenlos vor die Haustür gestellt, niemand hat es mir eine 100teilige Sammlung für 50 Euro angeboten. Irgendwie scheine ich diese Leute nie zu erreichen.


Ich kann euch hier immer nur aus meinem eigenen Arbeitsalltag erzählen. Andere reagieren komplett anders. Mein Mann macht zum Beispiel immer sein Angebot und es kümmert ihn überhaupt nicht, ob er dann angepflaumt wird oder nicht. Meine Kollegen arbeiten überhaupt nur auf der Basis von Angeboten, die sie selbst für ein Geschirr machen. 
Ich für meinen Teil schaue lieber völlig sachlich und unemotional auf den gängigen Plattformen nach und sehe auf einen Blick: Teile, Standort und Preis. Es dauert noch nicht mal eine Sekunde und schon habe ich entschieden: ist zu weit weg (dann ist auch ein Versand manchmal einfach zu teuer), enthält die Artikel, die wir aktuell brauchen, Preis passt wenigstens annähernd. 


So, und nun ab an die Arbeit, heute ist unten im Porzellanladen Putztag und bei mir steht die Buchhaltung auf dem Plan. Heute wird ein besserer Tag ❤ 

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