Mein Geschirr hat einen Wert von 1.200 Euro!

Mein Geschirr hat einen Wert von 1.200 Euro!

Weiter geht's mit den Mythen der Porzellanwelt.

Heute mit einem Klassiker: „Mein Geschirr hat einen Wert von 1.200 Euro."

Woher kommen die 1.200 Euro? Stehen die im Porzellan-Schwacke?

Ganz einfache Rechnerei: man schaut nach, was die einzelnen Teile kosten, rechnet Teller + Tassen + Kanne + Terrine + Zuckerdose zusammen – und voilà: 1.200 Euro.

Mathematisch ist daran überhaupt nichts auszusetzen.

Porzellanhandel ist nur leider keine Mathearbeit. 😄

Denn jemand, der 120 Euro für eine seltene Terrine bezahlt, möchte deshalb nicht automatisch auch noch zwölf Teller, acht Tassen und drei Schüsseln dazu kaufen.

Gerade bei ausgelaufenen Serien können einzelne gesuchte Teile erstaunlich hohe Preise erzielen. Das bedeutet aber nicht, dass man diese Einzelpreise einfach aufaddieren und daraus den Verkaufspreis eines kompletten Services ableiten kann.

Und genauso wenig ist der ehemalige Neuwert automatisch der heutige Marktwert. Wie bei deinem neuen Porsche: du fährst beim Autohändler vom Hof und schwupps, 50% an Wert verloren.

Manchmal ist der wichtigste Faktor einfach: die Zeit. Vielleicht interessiert sich heute niemand dafür. Und in drei Monaten sitzt irgendwo jemand vor seinem Laptop und denkt: „Endlich! Genau das habe ich seit Jahren gesucht."

Deshalb gilt: dein Preis darf natürlich dein Preis sein.

Aber zwischen einem errechneten Wert, einem Wunschpreis und dem Preis, den ein Käufer tatsächlich bezahlt, liegen manchmal ziemlich viele Teller. 😄

Der richtige Käufer entscheidet – nicht der Taschenrechner.

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.