Wie kann ich auch als Privatperson wertvolles Porzellan sicher verpacken?

Leider bekommen wir sehr oft Pakete, in denen es heftig klirrt und scheppert. Dabei ist es gar nicht so schwer, auch ohne Profi-Material zerbrechliche Artikel bruchsicher zu verpacken, wenn man ein paar Punkte beachtet:

✅ der Karton: er muss auf jeden Fall groß genug sein. Viel zu oft wird ein komplettes Service in einen kleinen Schuhkarton gezwängt. Das kann nicht gut gehen. Außerdem muss er stabil sein, so dass er nicht eingedrückt wird, wenn ein anderes, schweres Paket drauf fällt. Nach allen Seiten (also oben und unten, rechts und links, vorne und hinten) muss genug Platz für eine zentimeterdicke Abpolsterung sein.

✅ Verpackungsmaterial kann alles sein. Auch alte Handtücher, Bettwäsche, Tischdecken. Die Kartons von Katzenfuttertüten sind manchmal extrem fest. Eierkartons eignen sich ebenfalls hervorragend. Pizzakartons (bitte ohne Käsereste) können zusammengelegt auch ganz schön dick sein. Notfalls polstern sogar leere Kunststoffflaschen gut ab. Natürlich auch "richtiges" Verpackungsmaterial wie Luftpolsterfolie, Styropor, Altpapier, Pappe und zerknüllte Zeitungen. Meistens bekommt man selbst auch Pakete mit Füllmaterial, die man aufheben kann - oder man fragt in der Nachbarschaft nach.

✅ am sichersten ist die Verpackungsmethode "Karton in Karton". Dazu einfach alle Artikel sicher in einen oder mehrere Kartons verpacken und diese in einen etwas größeren Karton legen. Vor allem für Kaffeetassen ist das wichtig. Aber auch hier gilt: nicht einfach den Karton in einen anderen Karton stellen, sondern nach allen Seiten abpolstern.

✅ Tassen, Kannen und Terrinen/Schüsseln müssen innen fest ausgestopft sein (alle Hohlräume), zum Beispiel mit zerknülltem Papier. Bitte keine Schüsseln verschiedener Größen einfach ineinander stellen, um Platz zu sparen. Auch keine Kaffee- oder Suppentassen. Griffe und Deckelknöpfe extra sichern, zum Beispiel mit leeren Klopapierrollen oder einer leeren Klebebandrolle.

✅ NICHT einfach 12 Teller übereinander stellen. Bekommt der oberste Teller Druck, können nach unten alle weiteren Teller zerbrechen. Da nützt auch eine dünne Zwischenlage nichts. Stapel dürfen nicht höher sein als 3 bis 4 Speiseteller oder 5 bis 6 Unterteller. Dazwischen bitte immer eine dicke Lage Luftpolsterfolie oder Papier oder Haushaltsrolle. "Dick" ist nicht nur eine Lage Zeitungspapier. Die kann nichts, aber auch rein gar nichts abpolstern. Trotzdem bekomme ich wirklich sehr oft Porzellan, das in genau eine Lage dünnes Zeitungspapier eingewickelt ist.

✅ die Kartons drehen sich auf den Laufbändern. Deshalb muss nicht nur nach oben, sondern auch nach unten gut abgepolstert werden (und nach allen Seiten). Zum Beispiel mit einer dicken Lage Altpapier oder Pappe.

✅ die schwersten Artikel wie Platten oder Teller müssen nach unten.

✅ nach oben darf kein Spielraum sein, so dass die Teile nicht im Karton hin und her Kullern können. Deshalb auch hier wieder eine dicke Lage Füllmaterial und gerne auch stabile Pappe.

Natürlich sind das nur Tipps von mir, ohne jegliche Gewähr.

Beispielfotos 🧐

Eine sorgfältige Verpackung schützt vor:

Wer haftet eigentlich für Transportschäden bei privaten Verkäufen?

Erfahrungsgemäß glauben Privatversender oft, dass sie für Schäden nicht haften. Vielleicht gäbe es weniger Scherben, wenn sie wüssten, dass sie bei unsachgemäßer Verpackung den Schaden selbst zahlen müssen.

Wie sicher verpackt der Porzellanladen?

Selbstverständlich nutzen wir Profimaterial, damit unser Porzellan auch heil in seinem neuen Zuhause ankommt.

Omas Verpackungstipps - von Astrid Metzger

Omas Tipp Nr. 1: wenn der Karton schon mehr Falten hat als Oma selbst, kommt er weg. Porzellan reist nur im stabilen, zweiwelligen Karton. Für diese klare Entscheidung gibt’s das erste Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 2: Porzellan braucht Platz. Mindestens fünf Zentimeter zu allen Seiten. Wer quetscht, bekommt Scherben. Oma misst nach, nickt zufrieden und trinkt ein zweites Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 3: Teller gehen niemals nackt auf Reisen. Zwei bis drei Zentimeter Schutz sind Pflicht, am liebsten Luftpolsterfolie. Zwischen die Teller kommt gewellte Pappe, damit sie sich nicht streiten. Mehr als drei Teller stapeln ist Größenwahn. Oma packt sorgfältig – und gönnt sich dafür ein Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 4: Tassen sind kleine Sensibelchen. Henkel, Tüllen und Ausgüsse brechen zuerst und bekommen extra Schutz, bevor die ganze Tasse eingewickelt wird. Oma weiß, wo es wehtut. Zur Beruhigung aller Beteiligten folgt ein Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 5: wenn der Karton Geräusche macht, ist etwas falsch. Hohlräume werden gnadenlos gestopft. Papier, Eierkartons, Verpackungsschnipsel – alles ist besser als Luft. Oma hört nichts mehr, lächelt und trinkt ein Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 6: schwere Teile kommen nach unten. Immer. Die Schwerkraft diskutiert nicht. Oma auch nicht. Dafür gibt’s ein Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 7: Paket im Paket ist kein Luxus, sondern Pflicht. Erst klein, dann groß, dazwischen viel Polster. Sicher ist sicher. Oma lehnt sich zurück und nimmt ein Eierlikörchen.

Omas Tipp Nr. 8: Klebeband ist kein Schmuck. Oben, unten und an den Kanten ordentlich zukleben. „Vorsicht zerbrechlich“ draufschreiben darfst du trotzdem. Oma ist fertig – Zeit für das letzte Eierlikörchen.

Omas Fazit: alles gut verpackt, nichts wackelt, alle glücklich. Der Kunde freut sich. Das Geschirr lebt. Und Oma? Die schenkt sich nach...

Bild: KI