Die Erkundung der Psyche von Wildrosenichtmögern und Geschirrverkäufern im allgemeinen
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Neue Kiste, neues Glück.
Diesmal ist es eine Kiste Pfalzkeramik. Wildrose ist ja alle. Und out.
Bei der Erkundung der Psyche von Wildrosenichtmögern und Geschirrverkäufern im allgemeinen stelle ich fest: es ist einfacher, einen Kommentar zu schreiben als ein Ankaufsformular auszufüllen.
Könnte es vielleicht eventuell an dem Verkaufsformular liegen???
Vielleicht bekomme ich noch den Namen des Services und die Postleitzahl genannt. Aber bei der Auflistung fängt die Problematik schon an: diese Mühe will man sich ja nicht völlig umsonst machen.
Heißt genau was? Dass man lieber nur ein Foto schickt und ich mir meine Fragen selbst beantworte? Oder dass ich vorher schon fest zusagen muss, dass ich das Geschirr auf jeden Fall nehme, völlig unabhängig von Zustand und Preis?
Und ja, ich bekam in Zeiten vor dem Verkaufsformular regelmäßig heftigste Vorwürfe, dass man jetzt so lang an der Auflistung gesessen hat und dann nehme ich es nicht
Angabe eines Zustandes: ja, ist halt auch doof, weil man sich jedes Teil anschauen muss. Sogar Vorder- UND Rückenseite.
Und jetzt kommt der absolute Verkaufskiller: der Preis!
Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich schon gehört habe: "Aber ich weiß nicht, was ich dafür verlangen kann". Tja, was soll ich sagen. Ich habe sogar extra eine Seite mit Tipps geschrieben, die sich aber niemand durchliest:
Weil man sich diese Gedanken ja gar nicht machen möchte, sondern eigentlich ein Angebot will. Weil das viel einfacher ist und weil man sich dann auch den höchsten Preis aussuchen kann. Verstehe ich total. Mache ich aber nicht. Aus bekannten Gründen.
Die erste Variante ist nämlich viel einfacher. Man nutzt meine Reichweite, um kurzerhand den Wildrose-Interessierten das eigene Geschirr anzubieten. Dann geht das nämlich per "Schreib mir eine PN". Hört sich immer sehr geheimnisvoll und bedeutungsschwanger an, finde ich.
Wahrscheinlich geht es dann weiter mit:
- "Ich schick dir mal ein Foto"
- "Was willst du dafür haben?"
- "Was bietest du mir an?"
- "Ich gebe dir 100"
- "Nein, unter 200 gebe ich es nicht her"
- "Ja, okay. Hier meine Adresse"
- "Zahlung aber nur per Überweisung oder Paypal Freunde. Ich habe da gaaaaanz schlechte Erfahrungen gemacht"
- Pause für Verpacken und Verschicken -
- "WAS IST DAS DENN? Da sind unterwegs fünf Tassen und vier Teller kaputt gegangen. Und die Kaffeekanne hat eine alte Macke am Ausguß. Es sind keine Speiseteller, sondern nur Kuchenteller. Und die Kaffeebecher sind auch nur normale Tassen."
- Schweigen
- "Ich zeige dich an. Ich melde dich der lila Meldestelle und werde die Polizei anrufen, damit die eine Onlineanzeige machen"
- "Das ist ein Transportschaden, den musst du nur melden und schon bekommst du den ganzen Kaufpreis zurück plus einer Ärgerpauschale. Ich kann dir jetzt nicht mehr antworten, weil mein Internet leider in einer Stunde kaputt geht. Hoffentlich hast du noch viel Spaß an den übrig gebliebenen Stücken. Die hast du ja superbillig bekommen".
Und was kommt dabei raus?
Die Leute trauen sich nicht mehr, etwas im Internet einzukaufen und verallgemeinern das gerne mal: ALLE Verkäufer wollen einen nur über´s Ohr hauen. All die blinkenden Warnzeichen davor hat man aber übersehen, weil man das Geschirr wollte - und zwar günstiger als bei diesen Händlern, die immer so teuer sind.