Was ist dieses Geschirr noch "wert"?
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In der letzten Zeit war ja auf unserer Facebookseite echt viel los.
Abgesehen davon, dass ich Reichweite und neue Follower echt gut finde, hat es uns aber auch etwas ganz Wichtiges über den "Wert" von Porzellan gelehrt. Hintergrund: wir transportieren unser Geschirr in Körben / Kisten und für viele oberflächliche Betrachter dieser Fotos war das ein enorm heftiger Trigger: Geschirr ist wertlos, wird weggeworfen, Polterabend..
Der daraus entstandene Impuls, dieses Geschirr (vermeintliich) zu retten, war so stark, dass der Text gar nicht gelesen wurde und auch mein gut sichtbarer Firmenname "Porzellanladen Gabi Schmitt" völlig ignoriert wurde. Stattdessen fühlten sich alle berufen, enorm traurig zu sein, weil ich das schöne Geschirr wegwerfe - und ihre Hilfe zur Rettung anzubieten.
Gegen Bezahlung des Portos könnte ich die vielen Teile sicher verpacken und dann verschicken, man würde sich des Geschirrs annehmen. Auch hier wurden Hunderte von gleichen Kommentaren nicht gelesen und auch auf meine Antworten oder Fragen kam einfach... nix. Und da es einige Beiträge waren und viele Hunderte von Kommentaren, kann man da durchaus schon ein Muster ableiten.
Denn was sagen all diese Reaktionen über Wert bzw Wertschätzung von älterem Porzellan aus?
Nun, ich lese und interpretiere das so:
Wildrose und Riviera werden geliebt, sie wecken Erinnerungen an früher, an Familie, an Feste, viele möchten es benutzen, würden sich auch über Zuwachs freuen. Nur.... kosten darf es halt nichts.
Wertschätzung ja, Wert nein.
Und das finde wiederum ICH traurig
Nur ganz vereinzelt kamen Fragen wie "Was möchtest du dafür haben?" oder "Was kosten sechs Eierbecher?" Ein Link in meinen Shop hat dann aber schon jede Motivation im Keim erstickt. Nein, so viel Mühe will man sich dann doch nicht machen, um dann auch noch etwas bezahlen zu müssen. Geht doch über Facebook einfacher.
Auch das ist so ein Phänomen: "Verkauf auf Zuruf!"
"Hey, was kosten die sechs Eierbecher?"
"Kannst du für 10 Euro haben!"
"Schick sie mir zu!"
Datenschutztechnisches Desaster!
Und es zeigt mir:
älteres Markenporzellan wird weiterhin wertgeschätzt, aber es darf nichts kosten. Ist eigentlich so, wie wenn ich Porsche toll finde und warte, bis mir jemand einen schenkt. Werbung durch Namensnennung.
Und dann verstehe ich tatsächlich, warum so viele Menschen bei Facebook so stark auf Onlinehändler reagieren. Dort kosten sechs Eierbecher nämlich mindestens 60 Euro plus Porto.
Wenn ich bereit bin, für das Geschirr selbst gar nichts und höchstens fünf Euro für den Versand zu bezahlen, muss mir ein regulärer Verkaufspreis natürlich wie Wucher vorkommen.
Die ursprünglichen Preise der Markenhersteller werden dabei ebenso großzügig ignoriert wie der Aufwand, der hinter dem Verkauf eines einzelnen Teils steckt.
Es sei denn natürlich, man möchte selbst etwas verkaufen. Dann ist dasselbe Porzellan plötzlich sehr alt, sehr selten, sehr hochwertig und selbstverständlich enorm wertvoll.
Mein Fazit:
Ja, solche Beiträge sorgen für enorme Reichweite, viele Kommentare, Bekanntheit und neue Follower. Das finde ich nach wie vor richtig, richtig gut.
Aber die Menschen, die das Geschirr nur kostenlos „retten“ möchten, sind einfach nicht meine Kunden. Sorry.
Meine Kunden schätzen nämlich nicht nur schönes und einwandfreies Porzellan. Sie schätzen auch, dass sie genau das fehlende Teil finden, das sie schon so lange suchen, dass sie unkompliziert bestellen können und ihr Wunschporzellan sorgfältig und bruchsicher verpackt bei ihnen ankommt.
Sie wissen, dass all das einen Wert hat.
Weil auch sie es sich wert sind
Und hier geht´s in den Shop: www.porzellanladen.online